KW 29: MasterCard erhält Krypto-Patent, Blockchain gegen Tacho-Manipulation, Kodaks „KashMiner“ wurde verboten

NEWS

MasterCard erhält Krypto-Patent
Bereits vor zwei Jahren stellte das Kreditkartenunternehmen einen Patentantrag auf ein Zahlungssystem, das „blockchainbasierte Assets“ mit „Fiatwährungsaccounts“ verbinden soll. Konkret sollen Kryptozahlungen also in das bestehende Zahlungssystem von MasterCard integriert werden. Dieses System beinhaltet einen Schritt namens „Encode Network Identifier“, der es dem Unternehmen offenbar ermöglichen soll, nachträglich die Beteiligten an einer Transaktion zu identifizieren. Das Patent wurde nun genehmigt. Noch 2015 äußerte sich MasterCard in einem offenen Brief an die britische Regierung sehr skeptisch zu Blockchain und Kryptowährungen. Inzwischen stellte der Konzern aber auch bereits Pläne vor, den Schutz von Kundendaten künftig per Blockchain-Technologie zu verbessern. Vergangenes Jahr kündigte man an, „die Blockchain als Instrument zur Verbesserung von Zahlungsabwicklungen“ einsetzen zu wollen.
btc-echo.de, handelsblatt.com

Blockchain gegen Tacho-Manipulation
Die Deutschen „frisieren“ gerne: Während europaweit nur zwölf Prozent aller Gebrauchtwagen einen gefälschten Tachostand aufweisen, sind es hierzulande 33 Prozent. Laut dem ADAC steigt der Preis eines gebrauchten Autos um durchschnittlich 3.000 Euro, wenn der Tacho mit einem Manipulationsgerät bearbeitet wurde. Lösungen gibt es für diese Betrugsmasche bislang kaum. In Belgien und den Niederlanden setzt man auf Zentralregister, allerdings sind diese Datenbanken teuer, und aus Datenschutz-Sicht bedenklich. Als Schutzmaßnahme wollen die Hersteller nun künftig auf eine neue Elektronikarchitektur setzen, die den Wagen per Luftschnittstelle, oder SIM-Karte, mit Sicherheits-Updates versorgen kann. Mit der eCall-Pflicht ist seit diesem Jahr jeder europäische Neuwagen ohnehin mit einem derartigen Telefon-Chip ausgestattet, der ihn mit dem Internet verbindet. Bosch will nun Blockchain-Technologie für die Sicherheit der Tacho-Daten einsetzen: Regelmäßig meldet der Wagen den aktuellen Stand an eine weltweit verfügbare, dezentrale Datenbank, die Echtheit der Daten wird über ein Zertifikat sichergestellt. „Herkömmliche Systeme lösen das Problem des fehlenden Vertrauens durch das Einsetzen einer dritten, vertrauenswürdigen Partei. Dadurch werden diese Systeme künstlich komplexer. Blockchain bietet hier eine elegantere und effizientere Möglichkeit, den eigentlichen Anwendungsfall umzusetzen,“ erklärt Continental-Technikchef Kurt Lehmann.
sueddeutsche.de

Kodaks „KashMiner“ wurde verboten
Auf der Fachmesse CES stellte Kodak Anfang des Jahres seinen „KashMiner“ vor: Das Gerät sollte durch das Schürfen von Krypto-Coins einen festen monatlichen Gewinn für den User erzielen. Die Hälfte davon sollte pauschal an den Hersteller Spotlite gehen. Beobachter hielten das Abo-Modell bereits damals für mindestens fragwürdig, da dauerhafte Mining-Gewinne kaum versprochen werden können – mit jeder geschürften Bitcoin erhöht sich der Rechenaufwand, der für die Nächste nötig ist. Auch mögliche Börseneinbrüche wurden nicht berücksichtigt. Nun hat die US-Börsenaufsicht SEC das Geschäftsmodell verboten, da es sich offenbar um eine Betrugsmasche handle. Spotlite will die vorbereiteten 80 Bitcoin-Miner jetzt für seine eigenen Zwecke in Island schürfen lassen – ohne Kodak-Aufkleber.
t3n.de

Opera kommt mit integriertem Krypto-Wallet
Der Opera-Browser für Android kann mit einer neuen Funktion aufwarten: Laut der Entwickler ist er der weltweit erste Browser mit integriertem Krypto-Wallet. Aktuell unterstützt es ETH, alle ERC20-Tokens und die beliebten CryptoKitties, weitere Währungen sollen folgen. Zusätzliche Erweiterungen sind für die Nutzung des Wallets nicht nötig. Die Bedienung soll sicher und einfach sein, und es auch Krypto-Neulingen ermöglichen, die Technologie zu nutzen. Neben der Interaktion mit dezentralisierten Apps („Drapps“), und der Möglichkeit Coins von Wallet zu Wallet zu senden, gibt es auch eine Bezahl-Funktion für Online-Shops. Aktuell ist das Wallet jedoch nur für Betatester des Browers verfügbar.
heise.de, wired.de

PwC: Nur wenig deutsche Finanz-Unternehmen investieren in die Blockchain btc-echo.de
Malware-Bericht: Krypto-Miner gehen langsam zurück heise.de
Japan: Weltweit erste bankgestützte Kryptobörse startet btc-echo.de

ZAHL

Nach Angaben der chinesischen Regierung hat sich die Anzahl der Unternehmen, die das Wort ‚Blockchain‘ oder dessen chinesische Übersetzung im Namen tragen, im laufenden Jahr versechsfacht. Seit Beginn des Jahres seien 3.078 Firmen dazu gekommen.
wallstreet-online.de

ZITAT

Wir haben gesehen, dass der Bereich schneller vorankommt als andere Bereiche, und wir halten ihn auch für dauerhafter. Das ist keine vorübergehende Modeerscheinung.
Stephen Horan ist Geschäftsführer für Allgemeinbildung und Curriculum am CFA Institute in Charlottesville, Virginia. Das renommierte Finanz-Institut fügte nun erstmals Kryptowährungen und Blockchain zu seinen Curricula hinzu. welt.de

BLOCKWART

Peter Gabriel beteiligt sich an Blockchain-StartUp
Laut einer Pressmitteilung hat der ehemalige Frontmann der Band Genesis in das britische Unternehmen Provenance investiert. Das StartUp möchte Blockchain-Technologie einsetzen, um den Transport von Lebensmitteln transparenter zu machen. Mit der Finanzspritze von Gabriel soll bis 2025 eine blockchainbasierte Anwendung mit über 1.000 Lebensmittel- und Getränkeunternehmen entstehen. Wie hoch die Beteiligung des Popstars war, wurde nicht genannt. Gabriel erklärt: „Wir müssen der Quelle und der Vertriebskette vertrauen können, vor allem, wenn es darum geht, eine ethisch und ökologisch einwandfreie Produktion zu gewährleisten. Ich bin überzeugt, dass der Dienst Provenance mit seinem Blockchain-Datensystem in Zukunft eine große Rolle spielen und für den Verbraucher von großem Nutzen sein wird und gleiche Wettbewerbsbedingungen für kleinere, unabhängige Produzenten schafft, damit siese mit den großen Akteuren konkurrieren können.“
cointelegraph.com

Newsletter anmelden

Melden Sie sich hier für unseren kostenlosen Newsletter an. Sie erhalten jede Woche den kompakten Digest mit dem wichtigsten Themen zu Blockchain:

Blockchain-Ticker

Weitere Digibriefings

Unsere Politbriefings