KW 12: Illegale Inhalte in der Bitcoin-Blockchain, G20: Erst einmal keine globalen Krypto-Standards, Dash kommt nach Deutschland

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Illegale Inhalte in der Bitcoin-Blockchain
Forscher der RWTH Aachen und der Goethe-Universität Frankfurt/Main haben insgesamt 1600 rechtswidrige Dateien gefunden, die Nutzer offenbar in die Bitcoin-Blockchain einschleusen konnten. Vor allem handle es sich dabei um Texte und Bilder, teilweise wird ins Darknetz verlinkt. Auch zwei Listen mit Links zu kinderpornographischen Inhalte, sowie ein Bild das direkt kinderpornographisch sei, befinden sich darunter. Die Implikationen der Funde könnten massiv sein, immerhin ist es unmöglich, Inhalte von der Blockchain zu löschen – eigentlich ein Sicherheitsfeature, um etwa die nachträgliche Manipulation von Handels-Daten zu verhindern. Durch das dezentrale System, das die Technologie auszeichnet, sind jedoch auch die rechtswidrigen Inhalte auf den Computern vieler Nutzer hinterlegt. Für diese Problematik gibt es noch keine Rechtslage, die Forscher befürchten jedoch „dass gesetzeswidrige Inhalte wie Kinderpornographie den Besitz der Blockchain illegal machen könnten“.
heise.de, tagesanzeiger.ch

G20: Erst einmal keine globalen Krypto-Standards
Das G20-Treffen in Argentinien sorgte kurzfristig für einen Kursabfall von Bitcoin und Co., wurden doch internationale Regulierungen befürchtet. Doch so weit ist es noch nicht, wie jetzt eine Zusammenfassung des Treffens offenbart: Vor 2020 soll es keine internationalen Steuer-Standards für die Krypto-Assets geben. Auch an globalen Regulierungen, die der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung dienen – ähnlich wie bei regulären Währungen – arbeite man aktuell noch. Insgesamt zeigten sich die versammelten Finanzminister und Zentralbanker warnend, aber auch vorsichtig optimistisch: „Wir erkennen an, dass die technologische Innovation […] das Potential hat, die Effizienz und Inklusivität des Finanzsystems und der Wirtschaft zu erweitern. Krypto-Assets wecken jedoch auch Fragen in Richtung der Konsumenten- und Investorensicherheit, Integrität des Marktes, Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.“
btc-echo.de

Bitcoin-Konkurrent: Dash kommt nach Deutschland
Das amerikanische StartUp Dash, das hinter der gleichnamigen Kryptowährung steckt, eröffnet ein Büro in Lübeck. Das Ziel ist die Voranbringung von Kryptowährung im deutschsprachigen Markt. „Wir wollen, dass Dash im Einzelhandel wie digitales Bargeld genutzt wird“, erklärt der Leiter des neuen Standorts, Jan Heinrich Meyer. Aktuell ist Dash auf Rang zwölf der digitalen Währungen, Marktwert 3,5 Milliarden US-Dollar. Weltweit kann bereits in 700 Geschäften und Restaurants mit der Währung bezahlt werden, in Deutschland sind die Möglichkeiten aber noch sehr begrenzt. Unter anderem ein Café in Leipzig, eine Eisdiele in Berlin und ein Weingut in Schweinfurt akzeptieren die Coin. Meyer arbeitet nun daran, dieses Angebot zu erweitern, und stößt dabei nach eigenen Angaben auch durchaus auf Interesse bei den Einzelhändlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Man arbeite bei der Expansion auch eng mit den entsprechenden Aufsichtsbehörden zusammen.
handelsblatt.com

Die Schweiz setzt auf Flüchtlingshilfe per Blockchain
Die Zürcher Nationalrätin Doris Fiala und der Blockchain-Experte Daniel Gasteiger setzen sich im Europarat für den Einsatz von Blockchain-Technologie im Bereich humanitärer Hilfsleitungen ein. Man verspreche sich davon „revolutionäre Ansätze für die Flüchtlingshilfe“. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, und reichen von Geldtransfers über E-Identitäten wie sie etwa Finnland bereits ausstellt, oder medizinische Gutachten. Migranten, die beispielsweise Geld in ihre Heimatländer überweisen wollen, besitzen oft kein Bankkonto. Sie sind auf Dienstleister für Bargeldtransfers wie etwa Western Union angewiesen. Über die Blockchain könnten die Überweisungen nicht nur günstiger und schneller, sondern auch deutlich sicherer werden. Ein weiteres Beispiel: Uno-Organisationen testen derzeit in einem Flüchtlingslager in Jordanien den Einsatz von Iris-Scan und Blockchain-Konto im Supermarkt des Lagers. Das Resultat? Das Welternährungsprogramm spart nach eigenen Angaben monatlich 15.000 US-Dollar an Bankgebühren.
nzz.ch

Web 3: Blockchain soll „kaputtes“ Internet retten
Bei seiner ursprünglichen Entstehung war das World Wide Web dezentral organisiert, doch das änderte sich schnell. Dienstleister stellten Plattformen zur Verfügung, die die Internetnutzung bequem und praktisch machen. Inzwischen befinden wir uns tief im Web 2.0, das von einigen großen Unternehmen beherrscht wird. Die Nachteile für den User liegen dabei nicht nur in der zentralisierten Struktur, die mögliche Serverausfälle oder Hackerangriffe begünstigt, es geht auch um Datensicherheit. Im Gegenteil zu den offenen Protokollen im Internet der ersten Generation, wurden die aktuellen Protokolle vorrangig von Konzernen definiert, Standards für Sicherheit und Identität gab es kaum. Die Blockchain-Technologie bietet nun das Potential, dieses „kaputte“ Internet zu reparieren, und durch das Web 3.0 zu ersetzen. In einem wahrlich dezentralen System bilden die einzelnen Nutzer ein Netzwerk aus unabhängigen Rechnern und Servern, die Abhängigkeit von einigen wenigen, übermächtigen, Plattformen entfällt. Welt-Autor Sébastien Bonset prognostiziert: Der Umschwung wird fließend sein, aber er wird kommen.
welt.de

Whistleblower Edward Snowden: NSA überwacht seit 2013 Bitcoin-Handel gruenderszene.de
Bitcoin: Kurs erholt sich nachdem befürchtete G20-Regulierung ausbleibt zdf.de
CoinSummit: Am Freitag startet die kostenlose Online-Konferenz btc-echo.de
Petro: US-Regierung verbietet Handel mit venezuelischer Krypto-Coin wired.de

ZAHL

Bereits 200 potentielle ICOs konnte Gibraltar noch vor Eröffnung seiner Kryptobörse Gibraltar Blockchain Exchange (GBX) nach eigenen Angaben anlocken.
thecoingossip.com

ZITAT

Mir machen die Leute Sorgen, die mich nach Bitcoin fragen. Es sind die Chauffeure, die mich zum Flughafen fahren… Wenn jener, der dir die Schuhe putzt, dir Investmentratschläge geben will, dann weißt Du, dass es sich um eine Blase handelt.
Der CFO von VISA, Vasant Prabhu, vertraut nur Währungen, die von der Federal Reserve Bank kontrolliert werden.
btc-echo.de

BLOCKWART

Cryptokitties bekommen Millionenfinanzierung
Der Blockchain-basierte Viral-Hit Cryptokitties bietet Usern die Möglichkeit, virtuelle Kätzchen zu züchten und über das Etherum-System damit zu handeln. Die Macher vom Design-Studio Axiom Zen können sich nun nach eigenen Angaben über 12 Millionen US-Dollar an Investoren-Geldern freuen. In einem Blogpost kündigten sie an, das Kapital in den „Ausbau der Spielplattform“ stecken zu wollen – genaue Infos dazu gibt es bislang allerdings nicht.
t3n.de

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