KW 09: EU-Regulierung für Kryptowährungen, BMW geht Partnerschaft mit VeChain ein, Moskau testet Blockchain-Wahlsystem

NEWS

Eurokraten vs. Blockchain: 1:0
Das Gespenst der Regulierung verschreckt die europäischen Bitcoiner: Nach einem Runden Tisch – davon gibt es in Brüssel ja genug – mit Vertretern von Banken und Industrie droht die EU-Kommission mit Regulierung. Ein saftes Vorspiel gab es schon: Vor etwa zwei Wochen wurden die Finanzaufsichtsbehörden angehalten, die Warnhinweise an Anleger zu verschärfen. Kryptowährungen seien keine sichere Anlage, wodurch es zu Spekulationen und massiven Wertverlusten kommen könne, so der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis. Das gilt auch für jede Menge Investmentprodukte, die Banken ihren Kunden jahrelang angedreht haben. Ein wenig Einsicht macht sich immerhin breit: „Es ist ein globales Phänomen, und deshalb ist eine globale Antwort nötig. Das heißt aber nicht, dass die EU nicht schon früher handeln kann.“ Konkrete Pläne für eine Regulierung sind derzeit aber noch nicht bekannt.
spiegel.de

BMW geht Partnerschaft mit VeChain ein
“The ultimate trading machine?” Medienberichten zufolge hat der CEO des Blockchain-Unternehmens VeChain, Sunny Lu, die Kooperation mit BMW im Rahmen einer Firmenveranstaltung bekannt gegeben. VeChain entwickelt eine Blockchain-Technologie, die als Netzwerk für IoT-Geräte und -Apps fungieren, und der Verbesserung von Lieferantenketten dienen soll. Zeitgleich hat sich das Unternehmen in VeChain Thor umgetauft, und erstmals eigene Krypto-Tokens auf einer koreanischen Handelsplattform verfügbar gemacht. Die Münchner hingegen sind bereits der zweite Automobilkonzern, der in dem Bereich eine Partnerschaft eingeht: Vor Kurzem hatte Volkswagen eine Zusammenarbeit mit dem Berliner Blockchain-StartUp IOTA angekündigt. Es läuft. Spannend, wie viel von der News PR bleibt, und wie viel tatsächlich bei Autofirmen umgesetzt wird.
wired.de

Moskau testet Blockchain-Wahlsystem
Die Stadt Moskau testet den Einsatz von Blockchain-Technologie im elektronischen Wahl-Verfahren. Es soll auch in Rußland noch Wähler geben, die nicht überall Putin auf ihren Zettel schreiben oder ankreuzen. Das existierende „Active Citizen“-Programm, bei dem die Einwohner über Stadt-Projekte mitentscheiden können, wurde offenbar bereits 2017 auf eine ethereum-basierte Blockchain verlegt. Dank des Systems seien alle Wahldaten fälschungssicher gespeichert. „Natürlich wird manchmal gemunkelt, dass bei den Wahlen nicht allen Stimmen Gehör geschenkt wird”, so Andrey Belozerov, Strategie- und Innovationsberater der Stadtregierung Moskau. Wie kommt der Mann nur darauf? Aber: “Die Idee ist, alle Stimmen öffentlich auf die Blockchain zu bringen, damit jeder sich mit unserem Blockchain-Netzwerk verbinden und den Abstimmungsprozess überprüfen kann.“
btc-echo.de

Nach „Petro“-Erfolg: Weitere staatliche Kryptowährungen?
Nach Venezuelas medienwirksamen Erfolg mit der staatlichen Petro-Coin denken auch andere Regierungen finanziell angeschlagener Länder über eigene Kryptowährungen nach. Die Gedanken sind bekanntlich frei – anders als viele Bürger mancher Staaten. Großbritannien, Russland auch die Türkei ventilieren diese Strategie. In der Finanzbranche ist man zu Recht mehr als skeptisch: „Die Währung schaut wie ein kompletter Betrug aus“, so Finanzprofessor David L. Yermack über den Petro. „Der Launch des Petros ist der verzweifelte Versuch Venezuelas, an Kapital zu kommen.“ diagnostiziert Finanzexperte Daniele Bianchi von der Warwick-Business-School. Anderen Ländern sei deshalb dringend vom Konzept einer staatlichen Kryptowährung abzuraten. Wir könnten England oder der Türkei stattdessen den -5 Prozent Kredit von Smava oder Check24 empfehlen.
t3n.de

Bitcoin-Automaten: So rar wie die Festanstellungen in Berlin
Die bekannteste der Kryptowährungen wird leichter zugänglich: In 63 Ländern gibt es inzwischen sogenannte Bitcoin-ATMs, an denen Interessierte die Krypto-Coins direkt per Bargeld oder Überweisung erwerben können. Besonders spannend: Auch ein Rücktausch ist unmittelbar möglich. Weltweit soll es aktuell knapp 2.400 dieser Bitcoin-Geldautomaten geben, in Deutschland ist es jedoch nur ein einziger, der auch ausschließlich den Mitgliedern des Bonner Bitcoin Club zugänglich ist. Der Grund: Hierzulande stuft die Finanzaufsicht BaFin Bitcoin als Finanzinstrument ein, so dass der Handel ohne Sondergenehmigung nur über Online-Börsen möglich ist. Albert Sperl vom Österreicher Bitcoin-ATM-Betreiber Cointed erklärt, dass sein Unternehmen bereits seit 19 Monaten auf eine entsprechende Erlaubnis der BaFin warte, diese aber nur schwer zu bekommen sei. “Wir gehen davon aus, dass wir – sofern die Gesetze gelockert werden würden – umgehend an die 800 ATMs in Deutschland aufstellen könnten.”, so Sperl.
btc-echo.de

Craig Wright: Angeblicher Mit-Erfinder von Bitcoin auf 10 Milliarden Dollar verklagt t3n.de
Elektro-Sportwagen: Porsche integriert erstmals Blockchain handelsblatt.com
Apple-Mitgründer: Steve Wozniak wurde Opfer eines Bitcoin-Diebstahls gruenderszene.de
Kritikpunkt Anonymität: Bill Gates ist kein Fan von Kryptowährungen wiwo.de

ZAHL

59 Prozent der Initial Coin Offerings, die 2017 neue Kryptowährungen lancieren sollten, sind gescheitert, oder stehen kurz davor. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Plattform bitcoin.com, die alle 902 durchgeführten ICOs untersuchte.
wired.de

ZITAT

Die Bundesregierung stochert bei ICOs und Blockchain im Nebel. Das ist kein gutes Signal für Deutschland.
FDP-Abgeordneter Frank Schäffler kommentiert die Antworten auf eine Kleine Anfrage seiner Fraktion.
welt.de

BLOCKWART

Rapper 50 Cent doch kein Bitcoin-Millionär
Vor wenigen Wochen machte der amerikanische Musiker mit einem versehentlich erlangten Bitcoin-Vermögen Schlagzeilen. Er habe für sein neues Album 2014 auch Bitcoin-Zahlungen akzeptiert, und vergessen dass er die Coins überhaupt besitze. Umgerechnet seien sie aktuell etwa 8 Millionen US-Dollar wert gewesen. Nun ist jedoch ein Gerichtsdokument aufgetaucht, in dem 50 Cent im Rahmen seiner Privatinsolvenz versicherte, niemals Kryptowährung oder einen digitalen Geldbeutel besessen zu haben. Zahlungen seien zwar in Bitcoin erfolgt, aber von einer dritten Partei direkt in Dollar umgewandelt worden. Zu den Medienberichten sagt der Rapper, solange Falschmeldungen „mein Image oder meine Marke nicht irreparabel beschädigen, halte ich es üblicherweise nicht für nötig, sie öffentlich zu bestreiten.“ Dies sei „in besonderer Weise so, wenn ich das Gefühl habe, dass die jeweiligen Geschichten positiv für meine Marke sind.“ Der Bitcoin-Reichtum war also nichts weiter als ein Image-Gag. Vielleicht lieber ein paar Konzerte geben? Oder in der Fußgängerzone von Wuppertal auftreten?
manager-magazin.de

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