KW8: Bundesregierung will bis September Blockchain-Strategie erarbeiten, deutsche Finanzaufsicht stoppt erstmals virtuellen Börsengang, Spanische Zentralbank erteilt Bitcoin eine Absage

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NACHRICHTEN

Bundesregierung befragt Wirtschaft zur Blockchain: Während einige Staaten sich schon neue Finanzmarktregeln für virtuelle Unternehmensanteile auf Grundlage der Blockchain gegeben haben, wurde in Deutschland bisher kein regulatorischer Rahmen für die Blockchain geschaffen. Die Bundesregierung will dies nun ändern und will den Standort Deutschland auf den Weg zum Marktführer in diesem Bereich schicken – oder sich zumindest umhören. In dieser Woche soll über eine Webseite Rat von Unternehmen, Verbänden und anderen Institutionen eingeholt und mögliche Anwendungsfelder identifiziert werden. So will das Finanzministerium seinem Ziel, noch bis zum Sommer eine Blockchain-Strategie zu veröffentlichen, näher kommen. Das von Olaf Scholz geführte Haus soll den Konsultationsprozess gemeinsam mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier führen. Auch soll so geklärt werden, ob die Blockchain-Technologie mit den Datenschutzvorgaben der Europäischen Union vereinbar ist.
faz.net

Deutsche Finanzaufsicht stoppt erstmals virtuellen Börsengang: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat Ende 2018 den ICO (Initial Coin Offering), also den virtuellen Börsengang des Unternehmens Rise, verhindert. Rund 120 Millionen Euro wollte das Unternehmen so einnehmen. Der Eingriff der Bafin kann als Paradigmenwechsel für die Behörde gewertet werden, da die Bundesanstalt bisher in Kryptoangelegenheiten nicht eingriff. Diesen Ansatz kritisierten Verbraucherschützer heftig. Aus Rises Plänen, Optionen, Indizes, Aktien und Kryptowährungen mithilfe von algorithmenbasierten Handelssystemen sowie Künstlicher Intelligenz zu handeln, wird somit vorerst nichts. Rise-Chef Tittel erklärte, der vorläufige Stopp des ICOs sei auf die allgemeine Marktsituation im Bereich Kryptowährungen zurückzuführen. Einen erneuten ICO schließt das Unternehmen nicht aus.
handelsblatt.com

Spanische Zentralbank erteilt Bitcoin eine Absage: Die spanische Zentralbank Banco de España erteilte Bitcoin als Zahlungssystem in einem Bericht eine Absage, mit der Begründung, der Bitcoin sei ineffizient. Attribute wie Dezentralisierung und fehlende Zwischenhändler versteht die Bank als Einschränkung des Massenaustausches. So erfordere die Dezentralisierung einen Prozess der intensiven Validierung im Ressourcenverbrauch, der die Systemeffizienz reduziere. Laut Carlos Conesa, dem Verfasser des Berichts, verfolgt der Bitcoin keine wirtschaftliche, schnelle und einfache Transaktion, sondern ein System ohne Zensur. Auch seien die potenziell 600.000 täglichen Transaktionen von Bitcoin im Vergleich zu globalen Massenzahlungssystemen unbedeutend.
concierge.de

Craig Wright wettert gegen Ethereum: Craig Wright behauptet von sich, der Erfinder des Bitcoins, Satoshi Nakamoto, zu sein. Kürzlich kritisierte Wright gegenüber der US-amerikanischen Wertpapierbehörde Commodity Futures Trading Commission das Ethereum-Projekt von Vitalik Buterin. Laut Wright sei Ethereum überflüssig, da es lediglich eine schlechte Kopie des Bitcoins darstelle und das Versprechen von Smart Contracts für sich kapert. Diese seien jedoch auch von Anfang in der Bitcoin-Technologie vorgesehen. Doch ein gutes Haar lässt Wright auch an Ethereum, dessen einzige Stärke es sei, neue Token durch ICOs zu generieren.
t3n.de

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Indonesien: Krypto-Gesetz erlassen btc-echo.de

ZAHL DER WOCHE

Für bis zu 4000 Dollar wird ein Bitcoin auf der Handelsplattform Bitstamp am Mittwoch gehandelt.
faz.net

HINTERGRUND

Chinesische Elite-Uni eröffnet Blockchain Research Center: Die renommierte Fudan University im chinesischen Shanghai plant, ein Forschungszentrum für Blockchain-Technologie zu eröffnen. Die Pläne wurden am 15. Februar bekannt gegeben. Im “Shanghai Blockchain Engineering Technology Research Center” sollen in Zusammenarbeit der Universität mit chinesischen IT-Unternehmen Grundlagen- und Anwendungsforschung betrieben sowie Trainings für Spezialisten und vielversprechende Krypto-Talente angeboten werden. Ziel der Forschungskooperation ist wissenschaftlicher Fortschritt mit messbaren ökonomischen Resultaten für das Wachstum der Blockchain-Industrie in Shanghai. Die chinesische Regierung verspricht sich großes Potential von der Blockchain-Technologie und setzt in der Verwaltung der rasant wachsenden Städte auf Blockchain, mit deren Hilfe Smart Cities entstehen sollen. Die Fudan University gilt als eine der führenden Universitäten in China. Laut QS World University Rankings 2015/16 belegt die Fudan University den 43. Platz weltweit.
btc-echo.de

Deutsche schätzen Digital-Kompetenz der Regierung als gering ein: Nach Einschätzung der Deutschen steht es schlecht um die Digital-Kompetenz unserer Regierung. Zu diesem Ergebnis kam die Studie „The Tech Divide – Die unterschiedliche Wahrnehmung der Digitalisierung in Europa, Asien und den USA“ des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation. Nur 37 Prozent glauben, dass die Bundesregierung die Digitalisierung tatsächlich voranbringt. Inger Paus, Geschäftsführerin des Instituts, kommentierte, dass die Menschen hierzulande sowohl die Chancen, aber auch die Herausforderungen der Digitalisierung sähen. Auch beim Datenschutz genießt die Regierung kein großes Vertrauen. Lediglich 27 Prozent der Befragten glauben, dass der Bund unsere Daten zu schützen vermag.
heise.de

ZITAT

“Kriminelle werden immer noch mit Bargeld arbeiten wollen, weil jeder, der versucht, Bitcoin zu benutzen, erwischt wird.”
Der Milliardär Tim Draper ist sich sicher, dass in einigen Jahren herkömmliches Bargeld ausgedient haben wird.
de.cointelegraph.com

BLOCKBUG

Code von Schweizer Online-Wahl geleakt: Vor rund einer Woche rief die Schweizer Post dazu auf, ihr E-Voting-System zu hacken. Voraussetzung für die Teilnahme an dem Testlauf war ursprünglich, dass gefundene Sicherheitslücken mit den Schweizer Behörden geteilt werden müssen und nicht veröffentlicht werden dürfen. Dafür winkte auch eine finanzielle Entlohnung. Dennoch ist nun der Quellcode zugänglich gemacht worden – auf der Plattform Gitlab ist der Code nun auch ohne Einwilligung der Teilnahmebedingungen sichtbar. Der Kryptograph Matthew Green sah sich den Code an und weist darauf hin, dass im Code Parameter für die Elgamal-Verschlüsselung zu finden seien, bei denen die Primzahl eine Größe von 255 Bit hat. Das sei völlig unsicher und könnte innerhalb von Sekunden geknackt werden; eine sichere Elgamal-Verschlüsselung sollte hierfür mindestens 2048 Bit verwenden. Viele IT-Sicherheitsexperten kritisieren Onlinewahlen.
golem.de

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