KW11: Ergebnisse der Blockchain-Anhörung vor dem Bundestag veröffentlicht, neues Protokoll zur Skalierung von Kryptowährung, EU-Bericht ruft zu Blockchain-Interoperabilitäts-Standards auf

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NACHRICHTEN

Ergebnisse der Blockchain-Anhörung vor dem Bundestag veröffentlicht: Zum Beginn dieser Woche wurden Experten in den Deutschen Bundestag geladen, um sich mit dem Finanzausschuss der Bundesregierung in einer Anhörung zu einem Antrag der FDP-Fraktion mit dem Titel „Zukunftsfähige Rahmenbedingungen für die Distributed-Ledger-Technologie im Finanzmarkt schaffen“ über die Regulierung von Bitcoin, Blockchain und Kryptowährungen auszutauschen. Die daraus hervorgegangenen Ergebnisse wurden unter dem Titel „Zustimmung und Skepsis bei Blockchain“ vom Parlament veröffentlicht. Die FDP-Fraktion fordert klare gesetzliche Rahmenbedingungen für den Umgang mit der Blockchain. Ohne Regulierung könne man das Potential der Blockchain-Technologie nur unzureichend ausschöpfen. Der Bundestag lässt im Gegenzug wissen, dass eine solche Regulierung schon seit 2011 von der Bafin ausgearbeitet würde. So wolle man der „neuen Technologie“ gerecht werden.
btc-echo.de, handelsblatt.com

Neues Protokoll zur Skalierung von Kryptowährung: Ein neues Protokoll will die Alltagstauglichkeit von Bitcoin als echtes Geld vorantreiben. Raspberry Pis sollen als vollwertige Knoten im Lightning-Netzwerk Kapazität und Stabilität der dezentralen Payment-Infrastruktur stützen und weiter vergrößern. Die dahinterliegende Idee ist, dass nicht jede einzelne Bitcoin-Transaktion direkt über die Blockchain ab­gewickelt werden muss. Stattdessen aggregiert man über spezielle Zahlungs­kanäle erst einmal beliebig viele Bitcoin-Transaktionen zwischen zwei Partnern und schreibt am Ende nur noch die Schluss­abrechnung in die Blockchain. Über ein großes Netzwerk solcher Zahlungskanäle könnten auf diese Weise nicht nur Millionen Bitcoin-Transaktionen gleichzeitig abgewickelt werden, sondern auch günstig und schnell. Die derzeitige Kapazität von drei bis sieben Zahlungen pro Sekunde könnte durch das Lightning-Netzwerk auf bis zu 500 Zahlungen pro Sekunde erhöht werden. Brandneu ist diese Idee allerdings nicht – das Lightning-Konzept wurde als Skalierungslösung für Bitcoin schon 2015 vorgestellt, die Skalierungsfrage spaltete die ­Bitcoin-Community jedoch.
t3n.de

EU-Bericht ruft zu Blockchain-Interoperabilitäts-Standards auf: Das Blockchain-Observatorium und Forum der Europäischen Union schickte kürzlich einen Bericht an die Europäische Union, in dem Empfehlungen für eine bessere Entwicklung der Blockchain-Technologie abgegeben wurden. Zu diesen Empfehlungen zählt auch die Einführung von Interoperabilitäts- und Skalierungsstandards. Der Bericht empfiehlt politischen Entscheidungsträgern und Wirtschaftsakteuren, an der Verbesserung und Entwicklung der Blockchain-Technologie und der Blockchain-Governance zusammenzuarbeiten. Es wird darin außerdem empfohlen, dass die EU abwarten und beobachten und den Projekten die Zeit zum Experimentieren und Lernen geben soll, bevor Standards oder auf Governance bezogene Vorschriften geschaffen werden. Erstellt wurde der Bericht vom Blockchain-Technologieunternehmen ConsenSys im Auftrag des Blockchain-Observatoriums und Forums der Europäischen Union.
de.cointelegraph.com

Thailands grüne Tankstellen: Der Konzern Bangchak, einer von Thailands größten Petroleumproduzenten, will ein smartes Stromnetz für den Betrieb seiner Tankstellen testen. Mithilfe von Batteriespeichern soll der Stromverbrauch gesenkt werden, gleichzeitig soll der horrenden Luftverschmutzung in der thailändischen Hauptstadt Bangkok der Kampf angesagt werden. So sollen Stromverbrauch und Abgase mithilfe eines blockchainbasierten Stromverteilers optimiert werden. Hierfür hat Bangchak nun die Photovoltaik-Anlagen einer seiner Tankstellen in Bangkok mit einem in der Nähe gelegenen Einkaufszentrum verbunden. Batterien sollen den Sonnenstrom speichern, um diesen mithilfe der Blockchain-Plattform auf beide Gebäude zu verteilen. Bewährt sich der Pilotversuch in Bangkok, könnte das System anschließend auch im landesweiten Netz der Bangchak-Tankstellen zum Einsatz kommen.
btc-echo.de

Deutsche Börse: Blockchain-Ökosystem für digitale Vermögenswerte in Planung deraktionaer.de
crypto.com: Kostenlose Spotify- und Netflix-Abonnements für Kunden kryptoszene.de
Elf Jahre Bitcoin: Kann man vom Zeitalter der Kryptowährungen sprechen? computerwoche.de
Argentinien: Regierung und Binance fördern Blockchain-Start-ups btc-echo.de
IOTA: Tangle soll mit neuem Testnet dezentralisiert werden kryptoszene.de

ZAHL DER WOCHE

Auf rund 12,4 Milliarden US-Dollar könnte der Blockchainmarkt bis 2022 anwachsen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IDC. Haupttreiber ist dabei die Finanzindustrie. Rund 674 Millionen US-Dollar sollen im laufenden Jahr in Europa für die Kryptotechnik ausgegeben werden.
internetworld.de

HINTERGRUND

Die DSGVO und die Blockchain: Die Datenschutzgrundverordnung der Europäischen Union bereitet Unternehmen und Privatpersonen Kopfzerbrechen. Auch die Blockchain ist von der neuen Verordnung zum Datenschutz betroffen. Die Eigenschaft der Blockchain, Transaktionen irreversibel zu speichern und die dabei zertifizierende Autorität demokratisch auf alle Beteiligten zu verteilen, mutet revolutionär an. Daher überrascht es auch nicht, dass die DSGVO und die Blockchain sich nicht immer vertragen. Das wird zum Beispiel am hypothetischen Beispiel einer Krankenkasse deutlich, die die Blockchain einsetzen möchte. Die DSGVO verhindert effektiv die Speicherung von Gesundheitsdaten in der Blockchain. Als Alternative bleibt nur der Verzicht. Wer die DSGVO zu Ende denkt, darf DSGVO-relevante Daten nicht in die Blockchain speichern, weil der Anwendungsfall dann sinnbefreit ist.
jaxenter.de

Deutschland-Index der Digitalisierung veröffentlicht: Forscher des Kompetenzzentrums Öffentliche IT am Fraunhofer-Institut stellten am Montag in Berlin den Digitalindex 2019 vor. Auf dem Siegertreppchen der Digitalisierung findet sich Berlin auf dem ersten Platz, gefolgt von Hamburg und Bremen. In den neuen Bundesländern sieht es in Sachen Digitalisierung vergleichsweise schlecht aus. Jedoch stellten die Forscher fest, dass vor allem in Sachen Infrastruktur und private Internetnutzung eine bundesweite Annäherung der digitalen Lebensverhältnisse zu beobachten ist. Für ihren Index haben die Forscher nicht nur auf den Breitbandausbau und andere Infrastrukturdaten geschaut, sondern auch zahlreiche andere Indikatoren berücksichtigt, wie etwa die Zahl der Informatikstudenten in einem Bundesland oder unbesetzte IT-Stellen. Außerdem haben sie Kommunen nach ihrem öffentlichen WLAN-Angebot gefragt und über 300 kommunale Webportale untersucht. Laut Index verfügt Hamburg über die beste digitale Verwaltung aller Bundesländer.
heise.de

ZITAT

Es wird das Ziel verfolgt, elektronische Wertpapiere unter Wahrung der Erfordernisse des Anlegerschutzes zu ermöglichen und im Zivil- und Aufsichtsrecht die notwendige Rechts- und Anwendungssicherheit zu schaffen.“
Das Bundesfinanzministerium hat nach der Beratungsrunde der Bundesregierung zum Thema Blockchain ein Eckpunktepapier vorgelegt, das sich unter anderem das Ziel vornimmt, eine gesetzliche Neuregelung für die Blockchain zu schaffen.
bundesfinanzministerium.de

BLOCKBUG

EU-Digitalsteuer gescheitert: Trotz monatelanger Verhandlungen haben sich die EU-Staaten nicht auf eine gemeinsame Steuer für Digitalkonzerne wie Google und Facebook einigen können, wie der rumänische Finanzminister Eugen Teodorovici bekannt gab. Anstelle der EU-weiten Digitalsteuer solle nun eine globale Mindestbesteuerung ausgearbeitet werden. Auf Ebene der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer solle dieses Ziel bis Sommer 2020 erreicht werden. Wenn dies nicht gelinge, werde sich Deutschland eng mit Frankreich abstimmen, hieß es weiter. Die Regierung in Paris plant eine dreiprozentige Digitalsteuer für Internetgiganten, die jährlich 500 Millionen Euro einbringen soll.
spiegel.de

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